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Der obere Fersenschmerz

Der obere Fersenschmerz ist ein häufiger Grund für eine Konsultation beim Hausarzt oder direkt beim Orthopäden. Die ansatznahen Schmerzen der Achillessehne respektive die Schmerzen im hinteren Fersenbereich entsprechen meist einem komplexen Krankheitsbild, das durch mehrere typische Faktoren bestimmt wird. Die Vermischung der einzelnen Faktoren ergibt das individuelle Beschwerdemuster.

Nachfolgend listen wir diese Faktoren auf und markieren sie in der Zeichnung.
  1. Degenerative Veränderung der Achillessehne mit oder ohne knöcherne Spornbildung
  2. Repetitive Mikroverletzungen durch hohe sportliche Belastungen
  3. Vordere Druckverletzung durch steil gestelltes Fersenbein
  4. Vordere Druckverletzung durch vorstehende Fersenbeinkante
  5. Chronische Druckbelastung in der Fersenkappe der Schuhe/Sportschuhe (Schlittschuhe, Skischuhe) mit Schleimbeutelentzündung bei vorstehendem Fersenbeinmassiv (Haglund-Ferse)
Zur exakten Diagnose führt neben der Anamnese und klinischen Untersuchung das Röntgenbild (stehende seitliche Aufnahme des ganzen Fusses) und evtl. noch ein MRI.

Als Therapie sollten stets alle möglichen konservativen Therapien ausgeschöpft werden. Bereits eine leichte Fersenerhöhung mittels Schuheinlage ("Talonette") und idealer Schuhwahl, evtl. mit Anpassung der Fersenkappe kann zu einer ausreichenden Entlastung führen. Bei entzündlichen Veränderungen können nicht steroidale Entzündungshemmer lokal und systemisch verabreicht werden. Von einer lokalen Kortisonspritze ist wegen der direkten Schädigung des Sehnengewebe abzuraten!

Gute Erfahrungen konnten wir mit der extrakorporellen Stosswellentherapie sammeln.

Sollten sich die Beschwerden nach ca. 4-6 monatiger konservativer Therapie nicht bessern, dann ist die operative Behandlung angezeigt.

Eine direkte Entfernung der oberen Fersenbeinkante bewirkt eine komplette Zerstörung dieser heiklen Region und führt deshalb nicht selten zu einer lange andauernden Problematik! Den vorstehenden Fersenbeinfortsatz kann man nicht lokal reduzieren ohne den Sehnenansatz vollständig zu entfernen und bei direkter Spornentfernungen aus der Sehne entsteht ebenfalls ein grosser Sehnenschaden, was dann eine komplexe Sehnenrekonstruktion notwendig macht und damit eine langwierige Rehabilitation (bis zu einem Jahr!).

Deshalb sind wir von dieser Operationstechnik weitgehend abgekommen und führen die zuklappende "Kelly-Keck Osteotomie" durch. Diese führt zur Abflachung der Gleitfläche des Fersenbeines ohne diese direkt durch einen operativen Eingriff zu stören. Gleichzeitig wird auch der prominente Fersenbeinfortsatz reduziert.

Das Fersenbein ist sofort übungsstabil aber erst nach vier Wochen belastungsstabil. In dieser Zeit muss also an Stöcken entlastet werden.

Sportliche Belastungen (Jogging) sind nach 3 Monaten möglich.




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