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09.10.2022 Clara Koppenburg

Interview mit Madlaina Matter

Madlaina Matter, Kapitänin vom Sm'Aesch Pfeffingen gibt uns Einblicke, in die Welt einer Profi-Volleyballspielerin.


Seit du 12 Jahre alt bist, spielst du bei Sm'Aesch Volleyball. Wie bist du ursprünglich zum Volleyball gekommen?

In meiner Primarschulklasse in Pfeffingen spielten so ziemlich alle Mädchen Volleyball. Als ich mich nach der Schule mit einer Freundin zum Spielen verabredete, musste sie zuerst noch ins Volleyballtraining und nahm mich mit. Die Trainerinnen integrierten mich gleich in die Übungen und seit dann ging ich einmal pro Woche in der Turnhalle in Pfeffingen ins Volleyballtraining.


War es schon immer dein großer Traum Profi-Sportlerin zu sein?

Als Kind träumte ich davon, Ärztin zu werden. Von der Profi-Sportlerin Madlaina habe ich nie geträumt, aber es ist jetzt traumhaft schön, dies so leben zu dürfen: Du kommst in die erste Mannschaft, versuchst dich dort zu behaupten. Dann bekommst du Spielzeit, darfst immer mehr Verantwortung übernehmen, nimmst mit der Nationalmannschaft an Länderspielen teil. Und plötzlich merkst du, dass du schon mitten im Profi-Sportler-Leben drin bist.


Was ist für dich das Besondere am Volleyball?

Es fasziniert mich, mit welcher Präzision man mit ganz einfachen Volleyballbewegungen den Ball millimetergenau an den richtigen Ort bringen kann. Es macht Spass zu sehen, wie sich mit gutem Training ganz verschiedene individuelle Persönlichkeiten zu einer Einheit formieren. Ich liebe es, immer wieder vor neuen Herausforderungen zu stehen, sich selbst zu verbessern und im Team zu wachsen.


Hast du oder ihr als Mannschaft ein Ritual vor dem Spiel?

Bevor ich mich auf den Weg in die Halle mache, nehme ich mir Zeit, etwas runterzufahren und mein Spiel zu visualisieren. Das gibt mir Sicherheit und ermöglicht mir auch, die Taktik im Kopf nochmals durchzugehen.


Hast du einen Tipp, wie man mit Niederlagen besser umgehen kann?

Ich tendiere dazu, nach einer Niederlage noch jede Aktion zu analysieren. Meist hilft es aber, wenn man zuerst etwas Distanz schafft und dann mit Hilfe der Videoanalyse die kritischen Punkte anschaut und diese in den nachfolgenden Trainings verbessert. Ich denke das beste Rezept ist Flexibilität: Manchmal tut es gut, über das Spiel zu reden, manchmal brauche ich einfach Ablenkung und spiele mit Freunden ein Gesellschaftsspiel oder esse mit meiner Familie.


Du studierst nebenbei noch Medizin. Wie bekommst du all das unter einen Hut?

Es erfordert viel Planung, Organisation und eine großartige Familie und Freunde im Hintergrund, die dich jederzeit unterstützen.

Ich stelle mir selbst die Anforderung, dass ich bei allem zu 100% fokussiert dabei bin. Wenn ich einen Block stelle, kann ich nicht gleichzeitig noch eine Untersuchungstechnik im Kopf durchgehen. Dies ist manchmal gar nicht so einfach, wenn man bis 16 Uhr im Spital am Arzt-Patienten-Unterricht teilnimmt und um 16.30 Uhr das Training in Aesch beginnt. Aber dafür muss man sich immer wieder selbst reflektieren und entwickelt auch gewisse unterstützende Techniken.


Gibt es Tage, an denen dir alles zu viel wird, du keine Motivation zum Training oder Lernen hast und falls ja, wie gehst du damit um?

Klar, ich denke so geht es doch jedem, oder nicht? In solchen Situationen hilft es, wenn man sich selbst an das Ziel erinnert, für welches man tagtäglich arbeitet. Gerne rede ich auch mit meinem Freund darüber und wir finden gemeinsam neue Ideen, wieder etwas mehr Zeit einzubauen, in der ich herunterfahren und Energie tanken kann.


In wenigen Wochen startet die neue Saison: Was sind deine persönlichen Ziele und wie sind die deiner Mannschaft?

Persönlich möchte ich jeden Tag ein Stückchen besser werden und mein Team dabei mitziehen. Wir wollen auf jeden Fall um den Meisterschafts- und Cuptitel mitspielen. Auf diese Herausforderung freue ich mich sehr.


Du verbringst viel Zeit mit deinen Teamkolleginnen – bei so vielen Mädels, ganz ehrlich: Herrscht bei euch Zickenkrieg oder Mädelsclique?

Da gibt es sicher manchmal Meinungsverschiedenheiten, aber die sprechen wir direkt an und sonst ist das am nächsten Tag vergessen. Wir arbeiten alle gemeinsam für ein Ziel, da müssen wir an einem Strang ziehen und unterstützen uns in allen Bereichen gegenseitig.


Über deine Teamkolleginnen:

Wer ist bei euch im Team der „Klassenclown“? Luna Becic

Wer ist bei euch im Team die „Team-Mami“? Maria Zernovic

Wer tritt bei euch im Team regelmäßig ins Fettnäpfchen? Tarah Wylie.

Wer ist bei euch im Team der „Ober-Streber“? Tabea Eichler und wahrscheinlich auch ich


Was begeistert dich neben dem Volleyball und Studium?

Sehr vieles! Sonnenauf- und untergänge anschauen. Kochen. Backen. Verschiedenste Sportarten ausüben wie Beachvolleyball, Langlauf, Joggen oder Tischtennis. Käffele. Tichu und andere Gesellschaftsspiele spielen. Sich mit Freunden und Familie über alles mögliche austauschen und philosophieren. Und, und, und... Das sind nur ein paar Beispiele und ich freue mich darauf, auch noch viele neue Aktivitäten zu finden, die mich begeistern werden.


Wo siehst du dich heute in 15 Jahren? Im Spital, Hausfrau und Mutter oder Volleyball-Profi?

Gerne würde ich dann im Spital oder in einer Praxis als Ärztin tätig sein. Bei Mutter und Hausfrau hat mein Freund auf jeden Fall auch noch ein Wörtchen mitzureden, aber das schließe ich sicher nicht aus.


Wenn du drei Adjektive wählen müsstest, die dich beschreiben, welche wären das?

Fröhlich, diszipliniert, reflektiert


Bei was kannst du nicht widerstehen?

Madeleines von Beschle, Pippo-Bowl und entspannte Zeit mit Freunden und Familie.


Seit einigen Jahren sind wir als crossklinik euer Medical Partner. Was bedeutet das für euch?

Es gibt sehr viel Sicherheit, wenn man sich mit medizinischen Fragen stets an die gleichen Personen wenden kann. Die Crossklinik ist rund um die Uhr für uns da und ermöglicht es uns, mit bester medizinischer Unterstützung auf höchstem Niveau zu performen.